Stützlast ermitteln und einstellen
Die Stützlast ist das Gewicht, mit dem die Deichsel des Anhängers auf die Kupplung drückt. Sie entscheidet mehr über die Ruhe eines Gespanns als die Gesamtmasse – und sie ist die einzige Größe, die sich noch auf dem Hof verändern lässt, wenn schon alles gepackt ist.
Drei Grenzen, und die kleinste zählt
Die zulässige Stützlast ergibt sich nicht aus einer Zahl, sondern aus drei – und maßgeblich ist immer die niedrigste:
Das Zugfahrzeug. Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld 13. Dort steht die zulässige Stützlast in Kilogramm.
Der Anhänger. Ebenfalls Feld 13 seiner Zulassungsbescheinigung. Bei Wohnwagen liegt der Wert meist bei 75 oder 100 kg.
Die Anhängekupplung. Auf dem Typenschild der Kupplung, zusammen mit dem D-Wert. Sie wird am häufigsten übersehen und ist bei Nachrüstsätzen regelmäßig der schwächste der drei Werte.
Steht am Zugfahrzeug 90 kg, am Wohnwagen 100 kg und an der Kupplung 75 kg, dann sind 75 kg die Grenze.
Das Ziel: nahe an die Grenze, nicht darunter bleiben
Anders als beim Gesamtgewicht ist wenig hier nicht die sichere Seite. Eine zu geringe Stützlast lässt das Gespann bei höherem Tempo schlingern, weil der Anhänger um die Kupplung pendeln kann statt geführt zu werden.
Als Richtwert gelten vier bis sieben Prozent der tatsächlichen Anhängermasse – bei einem beladenen 1.500-kg-Wohnwagen also 60 bis 105 kg. Wo die zulässige Grenze niedriger liegt, gilt sie.
Zielen Sie auf einen Wert dicht unter dem kleinsten der drei Maxima. Nicht darüber: Zu viel Stützlast entlastet die Vorderachse des Zugfahrzeugs, und dann lenkt es schwammig.
Richtig messen
Gemessen wird mit einer Stützlastwaage unter dem Kugelkopf des Anhängers, bei waagerechter Deichsel auf Kupplungshöhe. Beides ist wichtig: Eine schräg stehende Deichsel verfälscht den Wert deutlich.
Der Anhänger muss dabei fertig beladen sein, mit allem, was mitfährt – auch Gasflaschen, Wasser und die Vorzeltstangen.
Ohne Waage geht es notfalls mit einer Personenwaage und einem Stück Kantholz, das die Deichsel auf Kupplungshöhe bringt. Die Waage muss den Wert aushalten; viele Haushaltswaagen sind bei 150 kg am Ende.
Bei der Übergabe messen wir gemeinsam nach, wenn Sie möchten – die Waage liegt bereit.
Verstellen, ohne auszuladen
Die Stützlast ändert sich durch Umräumen, nicht durch Zuladen:
Zu wenig? Gewicht nach vorne, vor die Achse. Ein Kasten Wasser aus dem Heckstauraum in den Bugstauraum macht schnell zehn Kilogramm Unterschied.
Zu viel? Gewicht nach hinten, aber vorsichtig – hier kippt es leicht ins Gegenteil.
Verschieben Sie in kleinen Schritten und messen Sie nach. Der Hebel ist länger, als die meisten erwarten: Ein Meter nach vorn wirkt spürbar.
Was viele übersehen
Die Stützlast zählt zur Zuladung des Zugfahrzeugs, nicht zu der des Anhängers. Wer sein Auto bis an die Grenze packt und dann 100 kg Stützlast aufsetzt, überlädt es.
Und sie zählt nicht zur Anhängelast: Die zulässige Anhängelast bezieht sich auf die Masse des Anhängers, die Stützlast wird davon nicht abgezogen.
Zum Abhaken
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Feld 13 im Fahrzeugschein des Zugfahrzeugs abgelesen
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Feld 13 im Fahrzeugschein des Anhängers abgelesen
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Typenschild der Anhängekupplung geprüft
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Kleinster der drei Werte als Grenze notiert
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Fertig beladen gemessen, Deichsel waagerecht
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Wert liegt dicht unter der Grenze, nicht darunter
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Stützlast in der Zuladung des Zugfahrzeugs berücksichtigt